Teetasse Zitrone
Spilling Tea, Tee des Monats

Meine Tee-Erinnerungen

Ich wurde nicht als Tee-Connoisseur geboren – Oder: Die Sache mit dem Instant-Tee

Die ersten Jahre

Die ersten sieben Jahre meines Lebens habe ich in Tadschikistan gelebt. Das ist eine ehemalige sowjetische Republik mit Grenzen zu Kirgisistan, China, Afghanistan und Usbekistan. Entsprechend fallen auch die Einflüsse des Landes aus. Die Tadschiken trinken sehr gern Tee. So gern, dass es als »Nationalgetränk« zu jeder Tageszeit zu sich genommen wird, auch zum Essen. Hausgästen wird stets ein Tee angeboten. In den Städten trifft man immer wieder auf Teestuben, in denen der – meist schwarze, aber mitunter auch grüne – Tee aus henkellosen Teetassen genossen wird. Dabei sitzen die Gäste oft auf bunten Teppichen an niedrigen Tischen.

Eine Variante den Tee auf tadschikische Weise anzurichten, die uns hier im Westen die Augenbrauen nach oben zieht, ist das Anreichern des schwarzen Tees mit Butter und Salz. Das nennt sich dann »Schirtschoj« oder eben »Buttertee«. Er soll ähnlich einer Brühe schmecken und hilft im Winter die Körpertemperatur zu halten.

Teestube Grafik s/w Kunst
Tadschikistan Teestube
Abbildung: Kannenweise

Ich kann mich nicht daran erinnern als Kind jemals in einer dieser Teestube gewesen zu sein. Ich kenne sie eher aus den Berichten meines Vaters, der als »Kühlschrank-Techniker« durch die Stadt düste und zum Dank für die Reparatur in den Gastronomie-Betrieben häufig verköstigt wurde. Manchmal bekam er russischen Borscht, ein anderes Mal Laghman (ein traditionelles Nudelgericht mit Fleisch und Gemüse) und immer wieder auch Tee. Ich selbst bin also nie in den Genuss von Butter im Tee gekommen. Aber einen Merker für meine »Bucket-List« habe ich somit gesetzt.

Woran ich mich sehr wohl erinnere, ist der Samowar in unserer Küche. Meine Eltern hatten seit ich denken kann mindestens einen dieser »Selbstkocher« (so wörtlich) in Besitz. Im Prinzip ist es eine Art Wasserkocher, gedacht um Wasser zu erhitzen, um damit anschließend den zuvor sehr stark zuzubereiteten Tee zu verdünnen. Daher gibt es Befestigungen für eine Teekanne an den Samowaren, die oben aufgesetzt wird und das Teekonzentrat enthält.

Ich werde zu gegebener Zeit mit Sicherheit mal einen Artikel diesem faszinierenden Teil russischer Tischkultur widmen. An dieser Stelle möchte ich nur erwähnen, dass obwohl meine Eltern bis vor einigen Jahren noch immer zwei Edelstahl-Samoware auf den Küchenschränken stehen hatten, diese nie (wirklich nie) von uns benutzt wurden. Es waren reine Deko-Gegenstände. Nach einer Entrümpelungsaktion meiner Mutter mussten sie schließlich weichen und haben bei einer Internetversteigerung einen neuen Besitzer gefunden.

Meine Eltern sind immer schon Teetrinker gewesen. Sie genossen ihn mal schwarz, mal grün, aber immer zum Abendessen. Schließlich waren sie umgeben von Russen (also traditionellen Teetrinkern), den am Anfang beschriebenen Tadschiken und auch von koreanischen Freunden.

Besuche bei diesen koreanischen Freunden sind mir auch gut in Erinnerungen geblieben. Mit der Haustochter der Familie Kim habe ich meist in einem recht kargen Zimmer gespielt, oder in deren Datscha mein Unwesen getrieben. Die Kims servierten nahezu ausschließlich grünen Tee. Allerdings wusste ich den leicht grasigen Geschmack als Kind nicht zu würdigen und zog meistens irgendeine zuckrige Limonade vor.

Das bin ich – damit ihr auch wisst, mit wem ihr es Ende der 1980er Jahre zu tun hattet. Baumwolle spielt übrigens landwirtschaftlich eine große Rolle in Tadschikistan (so nebenbei). Foto: Kannenweise

Heimatwechsel und neue Trinkgewohnheiten

Als ich sieben Jahre alt war, wanderten wir nach Deutschland aus – ohne dass sich die bisherigen Tee-Traditionen in mir festigen konnten. Im Flugzeug von Moskau nach Frankfurt entschied ich mich daher stattdessen für meine erste Coca-Cola [im weitesten Sinne ist das ja auch ein Getränk mit Bestandteilen aus einer Pflanze].

Kommen wir also zu meinem ersten Tee-Erlebnis in Deutschland – in einem sehr tristen November-Deutschland. Alles schien damals einfach nur grau zu sein. Angefangen vom Himmel, über die Häuserfronten bis hin zu dem Linoleum-Boden in der Übergangsunterkunft, die wir uns mit diversen anderen Spätaussiedler-Familien teilen mussten. Nun könnte man meinen, dass wir uns auf die überwältigenden Regalreihen voll von außergewöhnlichen, bunten Supermarkt-Tee-Sorten gestürzt hätten. Nun … es kam sogar noch schlimmer.

Den ersten Tee, den ich als Kind literweise in mich hineingekippt habe, war de facto kein echter Tee. Lebensmittelrechtlich wird nämlich zwischen Tee (aus der Teepflanze), Teegetränken, Fruchttee und Fruchtteegetränken unterschieden. Was echter Tee (und was eben nur teeähnliche Getränke oder Infusionen sind, ist einen eigenen Blogeintrag wert). An dieser Stelle befasse ich mich ausschließlich mit dem (damals von uns neu entdeckten) Instant-Teegetränk.

In allen oben genannten Tee-Getränken ist die Basis jedenfalls ein pflanzliches Extrakt oder Pulver. Dabei werden Wurzeln, Rinden, Blüten, Blätter oder eben Früchte verwendet. In Deutschland hat sich umgangssprachlich der Begriff »Tee« für alle möglichen Varianten eingebürgert. Aber wie gesagt, dazu später an separater Stelle mehr.

Im Übrigen fängt jeder mal klein an. Wo wäre das Wachstumspotenzial, wenn ich bereits mit sieben oder neun Jahren die Freude an sich sinnlich entfaltenden Teeblättern, gebrüht in weichem Wasser mit der (für den Tee passenden) Wassertemperatur entdeckt hätte? Mein nostalgischer Tee-Moment ist also ein »Instant-Teegetränk«. Boom!

Tee-Connaisseurs werden an dieser Stelle ihre Nase rümpfen (und das nicht zu Unrecht). Da dies jedoch mein Start in die Tee-Welt war, habe ich mich dennoch dazu entschieden das Thema zu beleuchten und seit Jahren wieder zum ersten Mal ein Teegetränk zuzubereiten. Bevor ich das aber tue noch einige erklärende Worte zum Thema.

Alles Technik, oder was?

Beim »Instant-Tee« unterscheiden wir zwischen der Pulverform und einem Teegranulat. Um Tee in ein Pulver zu verwandeln, wird zunächst aus den Teeblättern eine Lösung herausgetrennt. Dazu benutzt man u. a. einen Dekanter, der die Teeblätter entwässert und eventuelle Rückstände entfernt. Im Ergebnis liegt dann ein Extrakt in hochkonzentrierter Form vor.

Laut »Wikipedia« bleiben etwa 40 Prozent der verwendeten Teemenge übrig. Diesem Extrakt werden Geschmacks- und/oder Aromastoffe hinzugefügt. Beliebt ist beispielsweise eine Basis aus Schwarztee mit Zitronengeschmack, der durch Zitronensaftkonzentrat erzeugt wird. Inzwischen lassen sich auch Geschmacksrichtungen wie Pfirsich oder Himbeere im Supermarktregal finden. Das gab es Ende der 1980er Jahre noch nicht, wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht.

Die Komponenten werden anschließend entweder einzeln oder gemeinsam zu einem feinen Pulver verarbeitet. Dazu setzt die Industrie das Verfahren der »Sprühtrocknung« ein. Dabei wird mit einem Druckzerstäuber (oder einem pneumatischem Zerstäuber) die Lösung in die Form von Sprühnebel gebracht (das kennt man z. B. auch von Deo-Zerstäubern). Das Ziel ist die Vergrößerung der Gesamtoberfläche der Flüssigkeit. Wie passiert das? Das Produkt wird in einen »Heißgasstrom« bei bis zu 220 Grad Celsius eingesprüht. (Das klingt hoch technisch, aber in der Regel ist das Heißgas einfach »Luft«).

Aufgrund der nun großen Oberfläche und der hohen Temperatur wird die Flüssigkeit im Sprühnebel innerhalb von wenigen Sekunden entzogen (oder sogar innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde). In einem Abscheider werden die Partikel schließlich vom Luftstrom getrennt und in einem Behälter aufgefangen. Trotz der hohen Temperaturen, erfolgt die Trocknung durch die bei der Verdunstung eintretende Abkühlung der Partikel recht schonend.

Sprühtrocknung Diagramm
So dürfte man sich den Prozess einer konventionellen Sprühtrocknung bildlich vorstellen.
Grafik: Kannenweise

Für ein fertiges Produkt wird noch ein schnell wasserlöslicher »Träger« benötigt. Als Träger dienen z. B. Zucker, Saccharose, Dextrose, Maltodextrin und ähnliches. Damit sich das Pulver oder das Granulat auch in kaltem Wasser lösen kann, werden auch Natriumhydroxid und Kaliumhydroxit bis zu 10 g je 100 g Trockenmasse des Extraktes verwendet. Citronensäure (oder Essig-, Milch-, Wein- oder Kohlensäure) dienen zur Neutralisation der notwendigen Stoffe.

Das Granulat entsteht durch eine Weiterverarbeitung des oben beschriebenen Tee-Pulvers. In welchem Verfahren granuliert wird, konnte ich leider nicht herausfinden. Plausibel erscheint mir aber die Trockengranulierung (oder auch Walzenkompaktierung). Dabei wird das Pulver durch einen Spalt zwischen zwei Walzen getrieben. Die so entstandenen »Schülpen« werden dann an einem Sieb wieder zerkleinert.

Teegranulat Goldrand
Das fertige Produkt ist dann Tee-Granulat
Foto: Kannenweise

By the way – mit dem Verfahren der »Sprühtrockung« werden zum Beispiel auch Milchpulver, Eipulver, Arzneimittel oder Waschmittelpulver hergestellt. Es wird vermutet, dass die »Sprühtrocknung« Mitte des 19. Jahrhundert aus der Milchindustrie hervorging. 1872 wurde ein erstes Patent vom Briten Samuel R. Percy angemeldet; industriell verbreitet hat sich das Verfahren jedoch erst im 20. Jahrhundert.

So gibt es Instant-Tee auch erst seit den 1930er Jahren. 1946 war »Nestlé« der erste Produzent, der das Teegetränk auf den Markt gebracht hat. Sechs Jahre später (1953) ergänzte »Redi-Tea« den Markt um einen Instant-Eistee.

Zur Zubereitung des Instant-Tees gibt es nicht viel zu sagen. Das Getränk wird ganz einfach in kaltem oder heißem Wasser eingerührt und kann unmittelbar getrunken werden. Das ist der entscheidende Vorteil, der zu seiner Beliebtheit beigetragen hat.

Jedoch hat das mit entspannender Tee-Zubereitung überhaupt nichts zu tun. Es fehlen die ruhig ausgeführten einzelnen Schritte von der Portionierung, über das Kochen des Wassers, den sich im Wasser entfaltenden Blättern, der langsam zunehmenden Tassenfarbe bis hin zum wunderbaren Duft der verschiedenen Teesorten beim ersten Schluck. Und wenn man mich fragt, klingt das ganze Verfahren ziemlich maschinell und unsexy. Ich erinnere mich an dieser Stelle, warum ich schon sehr, sehr lange keinen Instant-Tee mehr getrunken habe.

Hauptsache süß

Ich weiß nicht, ob jemandem bei der Beschreibung aufgefallen ist, dass als »Träger« einfach eine Unmenge an Zucker verwendet wird. In der Zutatenliste steht dieser direkt am Anfang (das heißt es ist der Hauptbestandteil). Und wenn nicht Zucker verwendet wird, dann eben ein Süßungsmittel, das entweder Fruchtzucker ist oder chemisch angefertigte Zuckererstatzstoffe wie Aspertam. Dadurch wird hauptsächlich der Geschmack erzeugt. Das ist der Grund warum es vielen Menschen schmeckt – vor allem Kindern (und auch der siebenjährigen Anna).

Daher ist das Getränk auch in Verruf geraten. In den 1970er bzw. 80er Jahren wurde Instanttee durch die einfache Handhabung häufig in Nuckelflaschen eingesetzt. Durch das Dauer-Nuckeln entwickelten Kinder – bedingt durch den hohen Zuckergehalt – rasch Karies. Das führte dann dazu, dass von der Verwendung von süßem Tee als Kindernahrung abgeraten wurde. Die Hersteller versuchten durch zuckerreduzierte Varianten gegenzuhalten.

Doch auch in der »Light«-Variante ist das Getränk für die Kinderernährung nicht zu empfehlen und sollte in jedem Fall – wie auch Säfte und Limonaden – nur in Maßen getrunken werden. Mit einer Portion (= 20 g Produkt auf 200 ml Wasser laut Herstellerempfehlung) nimmt man bereits 78 kcal zu sich (bzw. 18,8 g Kohlenhydrate in Form von Zucker). Bei den »Light«-Varianten sind es immerhin noch 38 kcal (oder 8,8 g Zucker).

Zum Vergleich: ein Teelöffel Zucker entspricht ca. 4 g, somit wären in der normalen Variante auf eine Tasse beinahe 5 Teelöffel Zucker enthalten. Einen gewöhnlichen schwarzen Blatt-Tee könnte ich persönlich mit 5 Teelöffeln Zucker jedenfalls nicht wirklich genießen. Das wäre selbst mir zu süß.

Probieren geht über studieren

Zum Test habe ich mich (sozusagen als Reminiszenz) für das Markenprodukt »Krüger Family Zitrone Teegetränk« entschieden. Zunächst war ich von der Verpackung überrascht. Sie ist (mit Ausnahme kleiner Modernisierungen) noch ganz wie damals: zylindrischer, durchsichtiger Plastikbehälter, gelber Deckel (der nun weniger kantig designed ist als damals). Allerdings muss ich zugeben, dass ich ein No-Name-Produkt hätte wählen müssen, um authentischer zu sein. Wir hatten nicht gerade viel Geld zur Verfügung. Meine Eltern hätten mit Sicherheit zur günstigsten Variante, aus dem untersten Regal, gegriffen.

Eistee Krüger Zitrone Instanttee
Das Teegetränk von »Krüger Family«
Foto: Kannenweise

Ein Blick auf die Zutatenliste verrät Folgendes: Zucker, Dextrose, Säurungsmittel Citronensäure, Schwarztee-Extrakt kaltwasserlöslich (1,28 %), Vitamin C, Zitronenfruchtpulver (Maltodextrin, Zitronensaftkonzentrat), Aroma. Enthält eine Phenylalaninquelle. Was habe ich gesagt? Mit raffiniertem Zucker, Dextrose und Maltodextrin im Fruchtpulver haben wir direkt drei verschiedene Süßungsmittel enthalten.

Und nun die Zutatenliste eines schwarzen Tees: schwarzer Tee. Punkt! Das war es. Um ein wenig frisch gepressten Zitronensaft oder eine frische Scheibe Zitrone angereichert und mit einem frei gewählten Süßungsmittel (zum Beispiel Honig) ergänzt, kann man auch einen schönen süßen Tee trinken. Natürlich kommt der Geschmack nicht dem industriellen Teegetränk nahe. Es wird schließlich lange daran getüftelt, damit es immer wieder exakt gleich schmeckt und vor allem genauso wie der Kunde es gewohnt ist.

Schwarzer Tee, Honig
Eine gesündere Alternative wäre: schwarzer Tee, frische Zitrone und Honig. Abgebildet ist übrigens ein loser Englischer Breakfast Tea (ein Twinings-Blend mit Schwarztee aus Sri-Lanka und Ceylon)
Foto: Kannenweise

Und wie schmeckt mir der Instant-Tee heute (über drei Jahrzehnte später)? Nun, als erstes steigt mir beim Öffnen des Aromasiegels ein Citrus-Duft in die Nase. Was soll ich sagen? Er weckt Kindheitserinnerungen. Es ist nicht der Duft von frischer Zitrone, sondern dieser typisch künstlich erzeugte Geruch, der auch Süßigkeiten anhaftet, die nach Zitrone schmecken sollen. Ich würde lügen, wenn ich sage es duftet schlecht. Ich fühle mich zurückversetzt in eine unschuldigere Zeit und nehme noch eine Nase voll.

Einmal kalt, einmal warm

Bei der Zubereitung möchte ich beide Varianten ausprobieren: den Kaltaufguss und das warme Getränk. Ende der 1980er Jahre kannte ich es nur in der warmen Version, daher ist der Kaltaufguss eine Premiere. Doch da dieser auch auf der Verpackung als Serviervorschlag abgebildet wird, fange ich damit an.

Fünf gehäufte Teelöffel auf 200 ml kaltes Wasser. Das Granulat beginnt sich sofort aufzulösen und färbt das Wasser in ein trübes Haselnussbraun. Das gibt dem Ganzen zumindest schon einmal das Aussehen von Eistee. Das zubereitete Getränk duftet leider nicht mehr ganz so intensiv nach Zitrone, aber doch genug, um wie ein Eistee anzumuten. Auf der Verpackung wird empfohlen den Kaltaufguss mit Eiswürfeln zu genießen. Ich möchte dem Getränk eine Chance geben. Eiswürfel hinein. Voilà!

Eistee Zitrone Eiswürfel
Zubereitungsvariante als Kaltaufguss mit Eiswürfeln
Foto: Kannenweise

Es schmeckt weniger intensiv als ich erwartet habe und ich bin etwas enttäuscht. Vielleicht, weil ich noch den Geschmack der warmen Variante in meiner Erinnerung trage. Das heißt nicht, dass es nicht schmeckt, aber es ist weder mit einem handelsüblichen Eistee zu vergleichen, noch hat es etwas mit echtem Schwarztee zu tun. Es ist einfach ein süßes Getränk mit einer ganz leichten herben Citrusnote.

Vielleicht kann mich ja die Zubereitung mit kochendem Wasser mehr überzeugen. Zumindest das Wasserkochen entspricht so etwas wie einer Tee-Zubereitung. Auch hierbei halte ich mich an die Empfehlung des Herstellers und nehme fünf gehäufte Teelöffel auf 200 ml Wasser. Das Granulat löst sich noch schneller, als beim Kaltaufguss. Innerhalb von Sekunden habe ich ein warmes, schokoladenbraunes Getränk in der Hand. Im Gegensatz zum ersten Aufguss ist die Flüssigkeit auch klar, nicht trüb. Und siehe da. Es schmeckt – zwar nicht ganz – aber doch sehr ähnlich dem, was ich noch im Kopf hatte.

Teetasse Kekse Zitrone citrus teacup cookies
Zubereitungsvariante mit kochendem Wasser. Angerichtet mit Wiener Sandringen (die leider auch nicht mehr schmecken wie früher ;-)) und Zitrone
Foto: Kannenweise

Einmal mehr kommen Erinnerungen an unsere erste Wohnung zurück, an fremde Schulen und meine Eltern. Vor allem wie sie abends Deutsch lernten, während ich auf dem Fußboden Puppenhäuser aus Stühlen baute, Erdnüsse knabberte und ein heißes Teegetränk mit Zitronengeschmack trank. Mein Bruder saß unterdessen mit Kopfhörern auf seinem Bett und zeichnete heimlich unsere Gespräche auf Kassette auf.

Übrigens lässt sich das Teegetränk sehr einfach »pimpen«, indem man eine frische Zitronenscheibe hinein gibt. Das nimmt den leicht muffigen Geschmack weg und schmeckt intensiver nach einer echten Zitrone (und sieht auch hübscher aus).

Teetasse mit Zitronenscheibe, Teelöffel teacup
… mit Zitrone verfeinert.
Foto: Kannenweise

Mit knapp zwei Euro auf 400 Gramm Tee ist das Getränk natürlich sehr günstig. Dabei sprechen wir hier von dem Markenprodukt. Ein No-Name-Produkt ist sogar noch kostengünstiger. Es schont also definitiv den Geldbeutel.

Über die Qualität kann ich im Prinzip nicht sagen. Weder ist bekannt welche Pflanze beziehungsweise welche Pflückung verwendet wurde, noch aus welcher Anbauregion die Grundlage für das Granulat stammt. Dafür ist das Getränkt leicht zu bekommen. Ich habe den Instant-Tee bisher in nahezu jedem Supermarkt (in der ein oder anderen Form) gefunden. Im Onlinehandel ist es ebenfalls zu erwerben.

Auf der folgenden Seite findet ihr eine Erklärung zur Leseweise der Bewertungsbox.
Grafik: Kannenweise

Im Fazit werde ich wohl eher nicht zu der alten Gewohnheit zurückkehren und den Instanttee literweise konsumieren. Ich bleibe bei frisch gebrühtem Schwarztee, aber es war eine sehr schöne kleine Reise zurück in meine Kindheit.

Quellen:

Wikipedia – Löslicher Tee
Wikipedia – Sprührocknung
Teewiki – Instant Tee
Chemie – Lexikon
Apothekenwiki – Enzyklopädie – Sprühtrocknung

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